exquisite corpse Band 9
154 Seiten, Hardcover

€ 19.90 / SFr 28.50

ISBN 978-3-85286-214-9

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Manhattan Muffdiver

Carl Weissner

Die Abenteuer von Trashman

New York Nachtjournal 1968

Die Welt ist alles, was der Fall ist. Carl Weissners New Yorker Nachtjournal 1968 ist authentische Zeitgeschichte, erlebt und aufgeschrieben im Zentrum des Undergrounds, zwischen bewaffneten Revoluzzern, wortgewaltigen Dichtern, schrägen Film- und Theaterleuten und den Stars der Pop Art.

Weissner scheut keine Polemik und keinen Sopranos-Effekt, um das Erlebte und seine Ansichten auf den Punkt zu bringen. Prosa gegen das Elend der Normalität!
Für seinen Roman "Manhattan Muffdiver" hat er letztes Jahr sensationelle Kritiken bekommen. Jetzt legt er nach: Mit einer furiosen Revue aus New York im Umbruchsjahr 1968.
Es treten auf: Ron Tavel und Mary Woronov aus Warhols Factory; Ray Bremser, Jazzpoet der Beat Generation; Al Pacino als radikaler Kabarettist; William Burroughs, Janis Joplin, Ed Sanders (The Fugs) und Charles Bukowski.
Dazu bewaffnete Revoluzzer, eine Attentäterin, Vietnamkrieger auf Heimaturlaub, Freaks mit Dynamitstangen, Politiker und Militärs von verblüffender Selbstherrlichkeit und Gefährlichkeit.

Nächte an der Costa Brava -- die Enkel der Mrs. Carrar verkaufen ihren Schwanz für zwei Dollar und einen TRASHMAN-Comic an Mr. Nice Guy aus Milwaukee ...
Jörg Fauser, "Highway 65", 1972

Weissners Prosa ist ebenso obszön wie genial.
Radio Berlin Brandenburg
Ein Blitzlichtgewitter, das grandiose und absurde Szenen erhellt, die wie große Romananfänge sind und einen unheimlichen Sog entwickeln. Ein Buch, das einem die Beine wegreißt.
Klaus Bittermann, Junge Welt.
Weissner erzählt in einem punkigen Episodenstil und streut intensiv Cut-up-Sprengsel seines Romanprojekts «The Braille Film» sowie verblüffende Erotika in sein Tagebuch: «Eigentlich will ich einen permanenten Zustand des Overload erzeugen, so dass man dauernd angespannt ist und denkt, jeden Augenblick fliegt die Sicherung raus.» Von dieser Haltung sind Weissners wilde Vigilien durchtränkt; sie setzen sich aus haarsträubenden Fakten und radikalen Fiktionalisierungen zusammen, hammerstark und messerscharf.
Florian Vetsch, woz
Eine faszinierende Mischung aus Fakten und Fiktion, ein mitreißender 'Film in Worten', schnell und hart geschnitten.
Frank Göhre, culturmag.de
Genial.
Kulturmagazin, Luzern

Weissners wilde Vigilien (..) setzen sich aus haarsträubenden Fakten und radikalen Fiktionalisierungen zusammen, hammerstark und messerscharf.
Florian Vetsch, WOZ

Textprobe:

GREEN BERETS in der Umgebung von Fort Benning, Georgia.
Der Mann, der von Fort Apache bis Dien Bien Phu noch keinen Krieg verloren hat, stelzt vor der Pressetribüne auf und ab und bellt in sein Megaphon: „Willkommen in unserem Krieg! Wir haben hier sechshundert Komparsen, in der Mehrzahl Frauen und Kinder, alles Schlitzaugen, die blutige Bandagen tragen und sich totstellen! Nächste Woche killen wir sie noch mal, und zwar in den Everglades! Oder in den Sümpfen von Louisiana! Dieser Film wird dem amerikanischen Volk zeigen, was Sache ist!“
Hinter der Tribüne irrt die Pressedame von Cannon Films in Jungle Boots und Tarnanzug durch die Standard-Elemente einer Landser-Zivilisation - Shrimp Boat, Hi Ho Drive-In, Ban Nuoc Fried Chicken Stand - und keucht vor sich hin: „Wir hätten diesem Irren kein grünes Licht geben sollen! ...“