237 Seiten, Broschur

€ 18.90

ISBN 978-3-85286-238-5

Als E-Book in allen einschlägigen Stores erhältlich.

Rachel Rep

Panzerschokolade

Die Erinnerungen der Rachel Rep knallen richtig rein. Von der Zahnspangenträgerin zum internationalen Model zur Drummerin der Nation. Eine Tour de force, auch Leben genannt, mit viel Witz, Verve und Action satt. Achtung, Pageturner!

Hemmungslose Besäufnisse, Drogen und Prostitution, Höllenritte nach Texas im Fiat 500, rohe Gewalt und Stasizwänge – so ist das nun mal als Rockdrummerin, denkt Sharona. Sie ist eine, die anpackt, ihr Leben in beide Hände nimmt, trotz der Phasen, in denen sie ihrem eigenen übermächtigen Chaos unterliegt.

Sharona erinnert sich, wie alles begann: als Kind von kroatischen Musikern, als Brillenschlange in der Schule, dann: Entdeckung des Selbstbewusstseins, Höhenflüge als Model in Japan und Abstürze als Da-und-dort-Drummerin in deutschen Landen. Doch das tägliche Üben zahlt sich aus, mit Mr. X’ neuer Band macht das Leben Sinn! Zwischen den orgiastischen Tourneen muss der Gürtel halt wieder enger geschnallt werden, in Berlin, Köln, München; Sharona tourt auch privat.

Dann auch noch: die Liebe, tja, wechselhaft. Sharonas Optimismus, Tatendrang und Humor lassen den Leser in dieses herzerfrischende Wirrwarr eines Lebens sogartig eintauchen. Wer hier zu lesen aufhören kann, ist für den Rock’n’Roll verloren.

Das Klavier war wieder da, ich übte jeden Tag. Es war die Hölle, aber auch schön. Trotzdem, es war an der Zeit, Carlos reinen Wein einzuschenken. Ich hatte da eine andere Idee.
Ein paar Jahre zuvor hatte ich mir ein Konzert von Jeff Beck in der Kölner Sportarena angeschaut. 96 Prozent der Bühne bestanden aus Schlagzeug. Links in der Ecke begnügte sich Jeff Beck mit seinem Plätzchen. Terry Bozzio also, unübersehbar. Unüberhörbar. Spektakulär! Ich war paralysiert, infiziert, homogenisiert und pasteurisiert. In meinem Umfeld musste ich mich bis dato nur mit Saiten- und Tasteninstrumenten auseinandersetzten. Ich hatte diese Art von Monsterinstrument nie wahrgenommen. Drums? Braucht kein Mensch!
Am selben Abend, nach dem Konzert, durfte ich mich an das Schlagzeug eines Freundes setzen. Ab da wusste ich: Es gibt kein besseres Gefühl für den Körper. Aber das Erlebnis verschwand in einer der hinteren Ecken meines Schädels. Jetzt, fast zwei Jahre später, empfand ich zwar eine quälende Freude an der Nostalgie des Klavierspielens, hatte aber gleichzeitig Sehnsucht nach diesem anderen, diesem, mich magisch anziehenden Monsterinstrument. Keine Ahnung, warum. Völlig unsinnige Sachen auszuprobieren ist doch nichts Schlimmes, oder?
Um nichts auf der Welt konnte ich mich dazu durchringen, mich freiwillig wieder an einer Musikschule anzumelden. Carlos übernahm die Führung. Ihm war eine Anzeige einer Schlagzeugschule aufgefallen. »Chérie, une surprise, on y va!« In meinem damaligen Outfit, einem Hauch von kurzem Nichts, überdimensionalem Schuhwerk, hysterisch aufgebrezelten Haaren, schritt ich mit Carlos – er im Anzug – die Stufen zu »Drummer’s World!«, einer der renommiertesten Schlagzeugschulen Europas, hinab.
Der Weltraum. Unendliche Weiten und Schlagzeuge, soweit das Auge reicht. Gewohnt, die Blicke auf mich zu ziehen, blieb ich am Ende der Stufen verzückt stehen, machte eine Pose wie die Freiheitsstatue, die gerade ein Taxi heranwinkt. Ein leuchtendes Wesen begrüßte uns: Roy, der Guru der Schule. Er fiel meinem Freund um den Hals, mich musterte er kurz und mitleidig. »Bon jour« hin, »bon jour« her, die beiden verwickelten sich in ein frankophiles Geplänkel. Ich glaube, es ging auch um Sartre und Victor Hugo. Nach gefühlten neun Stunden, meine Zehen schmerzten, fuchtelte Roy mit dem Aufnahmeformular in
Carlos’ Gesicht herum. »Mais non, monsieur, c’est Sharonne, qui veut jouer la battérie!« »Ach was, ach du Kacke«, hörte ich seine Augen sagen. Missmutig ließ er mich den Vertrag unterschreiben. However, ab jetzt gab’s für mich nur eine Arbeitskleidung: versiffte Jeans, Turnschuhe, XXL-T-Shirt, Zopf, Punkt! Mein Lehrer, Mathew, der die heißesten Schlangenboots à la »Bon Jovi« trug, stellte mich nach kurzer Zeit knallhart vor die Wahl: »Also, entweder du eierst weiterhin als Model durch die Gegend, oder du hörst mit diesem Schwachsinn auf und übst jeden goddam day!« Yeah, all right, ich bin dabei!
Das war der Startschuss in die selige Brotlosigkeit.

Zitate

Selten hat man das Vergnügen, ein Buch wie Panzerschokolade zu entdecken. Eines, das man nicht aus der Hand legen mag, weil man mit Rachel Reps Hauptprotagonistin Sharona Gádji einfach mitgerissen wird.
Simone Bauer laxmag

Ein atemloses, oft genug am Rande des Wahnsinns vorbeischrammendes Roadmovie durch ein bewegtes, unkonventionelles
Leben, voll Sprachwitz und Humor.

Bettina Prior-Kamer, ekz Bibliotheksservice

An einer Autobahnraststätte im Schwäbischen wurde sie geboren, inzwischen füllt Rachel Rep mit Farin Urlaub von den Ärzten die Hallen: Die Drummerin erzählt in ihrem autobiographischen Roman "Panzerschokolade" von Autohauseröffnungen, Playback-Jobs und dem Leben zwischen High Five und Hartz IV.
Jan Drees, 1LIVE

Ein kurzweiliges Buch, das im Vergleich zu anderen Schriftstücken der Branche originell, wenig selbstmitleidig und durch ihrer sehr spezielle
(Welt-)Wahrnehmung unterhaltsam durchgeknallt ist. Perfekte Sommerlektüre!

Stephanie Kiessling, fiber


18er Crash


Knarre


Spitzengastro

Rezensionen

2013-10-22 - 1LIVE
Sticks, Besen und Catwalk
Jan Drees über Rachel Reps "Panzerschokolade"
http://www.einslive.de/magazin/literatur/2013/11/panzer.jsp

2013-08-29 - laxmag.de
Simone Bauer über Panzerschokolade von Rachel Rep
http://laxmag.de/de/laxlandschaft/buecher/3210-rachel-rep-panzerschokolade

2013-08-24 - laxmag.de
5 Fragen an Rachel Rep
http://laxmag.de/de/laut/5-fragen-an/3205-5-fragen-an-rachel-rep

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